24.11.2016

Wir!

Wer sind wir?

Wir sind ein nicht eingetragener Verein – mit Bescheid nach §51, 59, 60 und 61 AO „Gemeinnützigkeit“ – , der sich Anfang November 2016 mit 3 selbst betroffenen Menschen von psychischen Erkrankungen gefunden hat. Wir sind Menschen, die den Sport schon früh im Leben für sich entdeckt haben und diesen auch als Stellrad einer Therapie und für den eigenen Weg aus der Depression sehen. Wir sind schon länger engagiert in der Aufklärung und Entstigmatisierung der Krankheit. Die Gründer sind Markus, Autor und Blogger, organisiert und macht Lesungen / Vorträge. Er ist Wanderer, Walker und Radfahrer. Robert, Leiter einer Selbsthilfegruppe. Er ist Läufer, Schwimmer, Radfahrer, Triathlet, Kanut. Sophie, Mitglied einer Selbsthilfegruppe, Läuferin, Schwimmerin, Radfahrerin, Triathletin. Alle drei haben sich mit der Idee gefunden, mehr Sport anbieten zu können und Betroffenen Menschen mehr Möglichkeiten zu bieten. Alle drei sind therapieerfahren und haben die Möglichkeiten während und nach einer Therapie kennengelernt.

Was sind unsere Ziele und Visionen?

Wir wollen Betroffenen die Bewegung und Sport näherbringen – so wie sie es schaffen und mit ihren Möglichkeiten können. Wir wollen ihnen die Chance bieten, sich in verschiedenen Sportarten auszuprobieren, um das für sich Richtige zu finden. Wir wollen Menschen helfen, wieder Teil einer Gemeinschaft zu sein und sich eine Struktur zu erhalten. Wir wollen die Menschen abholen und in Kooperationen mit Vereinen, Trainern und anderen Einrichtungen möglichst kostenlose Probetrainings ermöglichen. Nicht allein, sondern in einem lockeren, geschützten Rahmen mit anderen Betroffenen, damit sie sich nicht schlecht und klein fühlen müssen. Wir wollen Betroffenen aus Vereinen und verschiedenen Sportarten ein Gesicht geben und ihre Geschichte erzählen. Wir wollen im Umkehrschluss auch damit in den Vereinen aufklären und enttabuisieren. Wir wollen aufklären, entstigmatisieren, Ängste nehmen, Mut machen und Menschen wieder näher zusammenbringen. Und wir wünschen uns, so ein Netzwerk von Ansprechpartnern entstehen zu lassen, die lange erhalten bleiben und Betroffene keine Angst haben müssen, allein gelassen zu werden.

Warum wir tun, was wir tun?

Wir wissen, wie wichtig die Bewegung für uns selbst ist – und das in verschiedenen Bereichen und Intensitäten. Sport und Bewegung sind Stellräder in der persönlichen Therapie, die auch Engagement erfordert und eine Struktur schaffen können. Sie kann ein Anker sein, um nicht zu Hause festsitzen zu müssen. Bewegung und Sport fungieren oft als Antidepressivum und Angstnehmer. Sie kann das Selbstwertgefühl steigern und das Körpergefühl / Bewusstsein für sich verbessern. Für Betroffene ist es nach einer Therapie einfacher, in der Komfortzone zu bleiben und die alten Muster wieder aufleben zu lassen – weil die Möglichkeiten für die eigenen Interessen fehlen. Viele können – trauen sich aber oft nicht.

Während einer Therapie werden meistens verschiedene Bewegungsmöglichkeiten angeboten. Bewegung in Schwimmbecken und Sporthalle – kein Sport – aber so, dass man sich und seinen Körper kennenlernen kann. Viele Städte haben über Bündnisse und Selbsthilfegruppen eine Lauf- oder Walkinggemeinschaft. Die Forschung zielt auch viel zu oft auch nur auf das Laufen ab. Aber was ist nach einer Therapie? Und was ist mit den Menschen, für die das Laufen und Walken nichts ist? Was ist mit den Menschen, die gerne tanzen, Fußball spielen, Radfahren, Handball spielen, Kanu fahren, segeln, darten, Tischtennis spielen oder eine der vielen anderen Sportarten machen? Dafür fehlen überall Kontakte und Möglichkeiten. Diese wollen wir schaffen. Und auch Betroffenen die Chance bieten, diese Sportarten auszuprobieren.

Wie wir unsere Ziele erreichen?

Vorerst wollen wir ein regionales Netzwerk im Raum Hildesheim / Hannover schaffen. Wir wollen die Selbsthilfegruppen einladen, die Vereine begeistern und Möglichkeiten schaffen. Wir wollen Aufklärungs- und Präventionsarbeit durch Vorträge, Meetings, Newsletter und Informationsmaterial bei öffentlichen Veranstaltungen, Sportveranstaltungen und entsprechend dafür organisierte Veranstaltungen bei Vereinen, Sporteinrichtungen oder Einrichtungen für Betroffene leisten. Wir wollen Fachpersonal aus Kliniken, Stiftungen, Forschung und Sportler dafür einbinden, ihre Erfahrungen weiterzugeben. Durch die Präventionsarbeit wollen wir an Therapiemaßnahmen der stationären und ambulanten Einrichtungen anknüpfen und bestensfalls die Maßnahmen dort verringern, die Suizidrate senken, die Enttabuisierung fördern und den Sport stärken. Wir als Verein nehmen selbst an öffentlichen Veranstaltungen teil und möchten dadurch neue Mitglieder werben, Betroffene ermuntern und Nichtbetroffenen zeigen, dass trotz Krankheit viel möglich ist. Wir laden Interessierte gerne zu unseren monatlichen Treffen ein.

*****

Wir, das sind Läufer, Walker, Radfahrer, Schwimmer, Segler, Kanuten und Tischtennisspieler. Das reicht aber nicht. Uns reicht das nicht. Wir suchen also dich! Dich und deine Geschichte! Du machst Sport? Dann erzähl uns davon. Schreib uns, warum du trotz der Krankheit deinen Sport machst oder ihn schaffst. Dabei ist egal, welchen Sport du machst – je vielfältiger es ist, umso schöner. Tanzen, Handball, Yoga, Kunstturnen, Badminton, Klettern … erzähl es uns!

 

Wie sehr Depressionen das Leben lähmen können, wissen Markus, Robert und Sophie mehr als gut genug. Wie sehr sie isoliert, natürlich auch. Die drei vereint aber nicht nur die Krankheit, sondern auch die Bewegung. Markus sucht sich in vielen Teilen des Alltags Momente, in denen er auf dem Fahrrad unterwegs sein kann oder mit (und ohne) Sohn walken geht, sofern es die Zeit zulässt. Robert sucht die größeren Herausforderungen bei Halbmarathon, Marathon, Triathlon oder auf dem Fahrrad. Sophie läuft und schwimmt und ist auch so immer mal bei einem Triathlon unterwegs. Das Ziel: Den Körper spüren, sich selbst spüren, wieder sich selbst erleben und nicht im grauen Alltag versinken.

Alle drei sprechen offen über ihre Erkrankung und wollen das Stigma in der Öffentlichkeit kleiner werden lassen. Als depressiver Mensch bist du nicht immer nur handlungsunfähig. Nicht jeder Tag ist gleich schlecht. Nicht immer sind alle Symptome so präsent. Und dann sind sie unterwegs. Sie wollen aufklären, verbinden, vernetzen, Gesicht zeigen und anderen Mut machen, zu sich und der Krankheit zu stehen.

Unser Ziel ist es nicht, den Sport als Heilmethode für psychische Erkrankungen darzustellen. Im Gegenteil, wir wissen als Betroffene selbst, dass es nur ein Teil des Zahnrades zur Gesundung sein kann. Jeder Betroffene empfindet Bewegung und Sport anders. Weiter können wir auch keine Tipps und Hilfen bei Beschwerden bieten – das ist und bleibt Aufgabe eines bzw. deines Arztes. Wir bieten lediglich die Plattform, zusammenzukommen und neue Anregungen zu finden.

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